Tagesgeldkonto

Als Konto, welches die Vorteile eines Festgeldkontos mit denen des klassischen Sparbuchs kombiniert, konnte das Tagesgeldkonto in Deutschland in der Vergangenheit ein rasantes Wachstum aufweisen. Dabei entwickelte sich das Tagesgeldkonto zu einer echten Gefahr für den Deutschen liebstes Anlagevehikel, dem klassischen Sparbuch. Bekannt wurde das Tagesgeldkonto in unseren Gefilden in erster Linie durch die Direktbanken – hier insbesondere die ING-DiBa –, welche das Tagesgeldkonto massiv zur Gewinnung von Neukunden benutzt haben und auch immer noch benutzen.

Ein großer Vorteil des Tagesgeldkontos besteht darin, dass – genau wie beim klassischen Sparbuch auch – Anleger täglich über ihr Guthaben verfügen können. Anders beim Konkurrenten Festgeld: Hier steht dem Anleger das Guthaben über die Laufzeit nicht zur Disposition.

Teilt das Tagesgeldkonto den Vorteil der täglichen Verfügbarkeit noch mit dem klassischen Sparbuch, bestehen hingegen massive Unterschiede in puncto Verzinsung. Während klassische Sparbücher in der Regel mit einem Zinssatz von deutlich unter 1 % (meist um 0,5 %) verzinst werden, richtet sich die Höhe des Zinssatzes in Deutschland in erster Linie grob an der Höhe der Leitzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB). Derzeit werden Tagesgeldkonten im Schnitt mit etwa 1,5 % im Jahr verzinst, was in etwa der Verzinsung von Festgeld mit einer Laufzeit von einem Jahr entspricht.

Ein weiterer Vorteil von einem Tagesgeldkonto besteht darin, dass bei der Kündigung des Kontos keine Frist von 3 Monaten eingehalten werden braucht, da Tagesgeld zu den Sichteinlagen gehört und auch täglich gekündigt werden darf.

Der einzige erwähnenswerte Nachteil von Tagesgeldkonten besteht in dem Recht auf Seiten des Anbieters, die Zinsen für das Tagesgeld – wie der Name schon impliziert – täglich in beliebiger Richtung ändern zu können, und zwar ohne vorherige Ankündigung. In der Praxis wird von diesem Recht jedoch so gut wie gar nicht Gebrauch gemacht, da Tagesgeldkonten in erster Linie als Instrument zur Gewinnung von Neukunden und Neu-Einlagen genutzt werden. Ein ausgeprägtes Zinsänderungsrisiko wäre hier kontraproduktiv.